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Mail aus Deutschland

CKMeine Name ist Carolyn Klinker, ich bin 52 Jahre alt, Lehrerin am Marion Dönhoff Gymnasium in Hamburg und ehemalige Schülerin der Goethe-Schule in Buenos Aires

Seit einigen Monaten tauschen sich jetzt meine Schüler mit den Schülern der 6c auf spanisch und der 5. Klasse auf deutsch via Email aus. Es war faszinierend zu sehen, wie erstaunt meine Spanischschüler waren, als sie tatsächlich reale Antworten auf ihre Briefe bekamen! Zum ersten Mal sahen sie, wie sinnvoll es ist, eine fremde Sprache zu lernen! Jetzt wollten sie wirklich wissen und lernen, was ein „alfajor“ ist, wie der Schulalltag eines argentinischen Kindes aussieht , ob man in Buenos Aires auch mit dem Fahrrad zur Schule fährt und wo Lionel Messi geboren wurde!
Als meine Spanischschüler erfuhren, dass ich in den Sommerferien nach Buenos Aires fliegen würde, schrieben sie Postkarten und Briefe an ihre jeweiligen Email-Partner. Sie erzählten von ihren Klassenausflügen nach Helgoland, Sylt oder auf der Alster, auch gaben sie mir kleine Geschenke, Erinnerungsstücke an die Fußballweltmeisterschaft und viele Süssigkeiten für ihre Freunde mit.
Kurz nach den Winterferien besuchte ich die Goethe-Schule, in ihren neuen, wunderschönen Gebäuden in La Horqueta. Ich kann mich noch erinnern, wie wir als Schüler der Goethe-Schule in Belgrano, damals in den Siebziger Jahren, „rifas“ verkauft haben. Der Erlös sollte dem Kauf des Grundstückes für diese neue Schule dienen…
Von dem herzlichen Empfang durch die Kolleginnen war ich überwältigt, und mit welcher Selbstverständlichkeit die Schüler mich an ihrem Unterricht haben teilnehmen lassen! BausteineWir waren im superschönen Computerraum. Es galt da am Computer zu vorgegebenen Adjektiven die entsprechenden Substantive zu finden. Dass nur „Friede“, nicht aber „Frieden“ bei dem Adjektiv „friedlich“ gelten durfte, habe ich allerdings nicht verstanden, muss ich wohl auch nicht, gleich am ersten Tag in der neuen Schule!

In der 6. Klasse haben wir den Geburtstag von Micaela gefeiert. Meinen Schülern hier in Deutschland darf ich wohl nicht erzählen, dass es einen Schoko-Kuchen mit „Dulce de leche“ gab! Micaela hatte auch noch zusätzlich einen kleinen „Alfajor“ mitgebracht! ¡Qué fiesta! Untitled 0 00 02-23
Ich glaube, alle Kinder haben sich auch über die Postkarten, Briefe, Mitbringsel und Gummibärchen aus Deutschland gefreut. Es war bestimmt auch interessant zu hören, wie der Schulalltag der Kinder in Hamburg aussieht.Das entnehme ich zumindest den Fragen, die die Schüler der 6. Klassen an mich gestellt haben.
Ich denke, die Tatsache, dass ich ihnen nun persönlich auch die Botschaften ihrer Email-Partner aus Hamburg mitgebracht habe, spornt alle an, den Kontakt zu ihren Email-Freunden in Deutschland zu festigen.
Wir fangen diese Woche mit dem neuen Schuljahr an. Für die Schüler ist der 19. August ihr erster Schultag. Ich bereite gerade alle Unterlagen für meine Schüler vor: Ich möchte ihnen die Fotos zeigen, die ich bei meinem Besuch in der Goethe-Schule gemacht habe, ihnen die neuen Emails ihrer argentinischen Partner geben und ihnen alles von meinem Besuch in meiner alten Schule in Buenos Aires erzählen!
Vielleicht gelingt es uns an unserer Schule, dem Marion Dönhoff Gymnasium ganz schnell, das von der Hamburger Schulbehörde bereits vorgesehene „virtuelle Klassenzimmer“ einzurichten, in dem wir uns direkt mit unseren Lernpartnern in Buenos Aires austauschen könnten. Noch in dieser Woche starten die Vorbereitungen!
Allen lieben Kolleginnen der Goethe möchte ich nochmals sehr herzlich danken für den herzlichen Empfang, die große Hilfsbereitschaft und den wunderschönen Tag an eurer Schule! Auch den Schülern sage ich:
Bis bald, chaucito, eure Carolyn